Archive for November 2011

Bremen – geschrieben mit 5 Sternen

Geschrieben von: Steve Lux

Reisebericht über einen Wochenend-Trip in die Hansestadt an der Weser.

Was macht man in den meisten Fällen, wenn es draußen kalt wird? Richtig, man versucht irgendwo hin zu flüchten, wo es warm und trocken ist. Nicht so in meinem Fall. Ich mag gerade die Zeit der kalten Abende, des Schmuddelwetters, wie man in Norddeutschland sagt, und des Spazierengehens durch schneebedeckte Wälder und Straßen.
Aus diesem Grund habe ich mir dieses Wochenende ausgesucht, um einmal nach Bremen zu reisen. Meine Bekannten schwärmten letztes Jahr so sehr vom Weihnachtsmarkt und der dort erhältlichen Feuerzangenbowle auf dem Rathausplatz, dass ich gar keine andere Wahl hatte, als einen kurzen Wochenendtrip zusammen mit meiner Begleitung zu unternehmen. Aus dem Norden und der Mitte Deutschlands ist Bremen hervorragend mit dem Auto oder dem Zug zu erreichen. Weiter südlich empfiehlt sich dann doch schon eher das Flugzeug. Bremen hat nämlich einen recht großen Vorteil. Vom Flughafen oder vom Hauptbahnhof gleichermaßen, hat man es in lediglich 5-10 Minuten mit dem Taxi in die Innenstadt geschafft. Gesagt getan. Flieger pünktlich gelandet, Handgepäck geschnappt und ab ins Taxi. Nach kurzer Fahrt standen wir vor unserer Herberge, die ich ebenfalls empfohlen bekommen habe. Das Atlantic Grandhotel Bremen. Der erste Eindruck war grandios. Zentral gelegen zwischen dem Roland und der Schlachte – ein Abschnitt der Weserpromenade mit Restaurants und Bars – an der zur Weihnachtszeit der traditionelle Teil des Bremer Weihnachtsmarkts stattfindet. Eines der Hotels, denen man normalerweise nur auf Luxusreisen begegnet. Und diesem Eindruck wurde sowohl vom Personal, als auch vom gesamten Eindruck des Hotels, des Zimmers und auch des Gastronomischen Angebots nicht widersprochen.
Draußen war es bereits dunkel und wir machten uns auf den Weg, die Innenstadt etwas zu erkunden. Wir entschlossen uns für den Weg zum Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz. Wie bereits erwähnt hatte ich da einen Tipp bekommen. Richtig, die Feuerzangenbowle. Nach einem ausgiebigen Bummel über den Weihnachtsmarkt mit aller Art von bunten, süßen und würzigen Eindrücken, suchten wir die alte Sparkasse, wo es diese vorzügliche Feuerzangenbowle gibt. Als wir ankamen, war uns klar, dass dieser Tipp in Bremen keineswegs ein Geheimtipp war. Wer also gerne in entspannter Runde steht und wen es nicht stört, dass man auch einmal anstehen muss, der wird mit einer Feuerzangenbowle belohnt, die es wirklich in sich hat. Allerdings sollte man – so gut sie auch schmecken mag – nach dem zweiten Becher ernsthaft überlegen, was man am nächsten Tag noch vorhat, bevor man den dritten bestellt. Ein visuelles Erlebnis, das ich absolut empfehlen kann, ist die Zubereitung einer neuen Feuerzangenbowle. Ein überdimensionaler Zuckerhut wird auf eine kupferne (ebenfalls überdimensionale) Feuerzange über einen der beiden Kupferkessel gedreht, mit herrlich duftendem Rum übergossen und angezündet. Das Licht wird gedimmt und ein Raunen geht durch die Schaulustigen, wie bei einer Silvesterrakete. Wir entschließen uns, mit diesen wärmenden Eindrücken zurück zum Hotel zu gehen. In unseren Nasen immer noch dieser herrliche weihnachtliche Geruch. Danke für den tollen Tipp.
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Zurück im Hotel fallen wir beide nach einer langen und anstrengenden Woche in die weichen und sehr gemütlichen Federn der luxuriösen Betten. Gefühlte zwei Atemzüge später schlief ich und der nächste Morgen begann, wie der Abend aufhörte. Luxus pur. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit herrlich frischen und duftenden Brötchen, frischem Orangensaft und frischem Aufschnitt machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt. Es war nicht allzu kalt, deshalb ließen wir die Handschuhe, die wir gestern Abend noch brauchten im Hotel. Meiner Begleitung stand die Freude ins Gesicht geschrieben, als wir am ersten Bekleidungsgeschäft vorbei gingen. Also wir gingen natürlich nicht dran vorbei, sondern direkt hinein. Ich muss zugeben, dass ich auch gerne bei genügend Zeit entspannt durch diverse Geschäfte schlendern kann, aber Frauen haben da wohl noch einen ganz anderen Messwert. Wie dem auch sei… Es war ein herrlicher Tag, die Sonne ließ sich auch ab und zu blicken und die entspannte vorweihnachtliche Stimmung wärmte einen von innen heraus. Ohne Zeitdruck ist doch gleich alles viel schöner. Übrigens mein persönlicher Anspruch an den Begriff Luxus. Zeit haben und sich Zeit nehmen. Die Zeit flog an uns vorbei und viel zu schnell wurde es wieder dunkel. Dachte ich zumindest. Bis ich die festlichen Beleuchtungen der Innenstadt sah. Meiner Begleitung rutschte das Wort wunderschön heraus, was ich mit einem Nicken bestätigte.
Die Gerüche des Weihnachtsmarktes kamen wieder in die Nase. Spekulatius, Glühwein, Feuerzangenbowle und die obligatorische Thüringer Rostbratwurst. Unser Weg führt uns allerdings in das fantastische Restaurant an der Weser namens Outer Roads. Von dort – direkt an der Weser gelegen – überschaut man einen großen Teil der Stadt mit der im Vordergrund liegenden Schlachte. Die Lichter des dort anliegenden traditionellen Teiles des Weihnachtsmarkts scheinen bis hoch in das noble Restaurant. Ein tolles Menü wurde uns dort bereitet und wir genossen einen der tollsten Weine, die ich in letzter Zeit getrunken habe. Ein toller Abschluss eines schönen Tages.
Der Weihnachtsmarkt an der Schlachte
Der Spaziergang zurück zum Hotel tat uns beiden gut, da wir das Maß, ob der Leckereien leicht verloren hatten und etwas Bewegung in solchen Fällen wirklich nicht schlecht ist. Ach ja, die Betten. Schlaf, Erholung und Entspannung. Großartig.
Leider ist schon Sonntag. Der Tag beginnt mit dem herrlichen Frühstück. Noch einmal schwelgen wir im kulinarischen Luxus und genießen die frischen Früchte, das knackige Müsli und das duftende Gebäck. Meine Begleitung zieht es an die frische Luft, wir treffen uns danach noch mit Freunden, die in Bremen wohnen und lernen den schönen Stadtteil Schwachhausen kennen. Stadtvillen, Altbremer Häuser und der Bürgerpark erfreuen sich unserer Blicke. Wir trinken noch einen Kaffee und gönnen uns ein Stück Kuchen in der Meierei mitten im Bürgerpark. Eine tolle Aussicht hat man von dort auf das Parkhotel.
Ein Blick auf die Uhr und wir müssen los. Der Flieger geht in ein paar Stunden zurück in den Süden. Ich merke, wie ein wenig Wehmut in mir hochkommt. Bremen und seine Menschen haben ihren ganz eigenen Charme an diesem Wochenende voll ausgespielt und mich fasziniert. Ich werde definitiv wiederkommen im nächsten Jahr. Und vielleicht dann auch ein paar Tage länger.